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Unser PINGUIN Ein Computer, der auf Bildschirm-Berührung basiert, erleichtert Betagten in der Seniorenresidenz Elbtalaue den Eintritt in die virtuelle Welt, schult das Gedächnis und „macht ungeheuer Spaß“.
PINGUIN, so nennt sich das Computermodell, das speziell für Senioren entwickelt worden ist und in seiner Form an das bekannte Watscheltier erinnert. Seit April 2004 ist eines dieser Geräte im Eingangsbereich der Seniorenresidenz in einer abgeschirmten Ecke installiert. Der Sohn einer Bewohnerin staunte nicht schlecht, als er im fernen Bayern eine E-Mail von seiner Mutter erhielt. Auch die übrigen Verwandten wurden per elektronischer Post bedient. Das hatten sie nicht erwartet, denn die Autorin der E-Mail ist hochbetagt, hört schwer und sieht schlecht. Bisher konnte sie deshalb nur mühsam den Kontakt zu ihren Angehörigen per Telefon halten. «Nun schreibe ich regelmäßig auf dem PINGUIN», schildert sie die Situation, als postwendend die E-Mail-Antworten eintrafen. Angehörige oder Bekannte ermutigen wir ganz herzlich diese kostenlose Dienstleistung unseres Hauses, die in Kooperation mit www.plejaden.net realisiert wurde zu nutzen. Hier können Sie lesen, welche Vorraussetzungen Ihr PC erfüllen sollte. Da der Austausch der Email und der Fotos über ein geschütztes Netz erfolgt, sollten Sie sich dann mit dem Knopf "Jetzt anmelden" im Netz eintragen - und uns bei auftretenden Fragen anrufen (05862 94170). Der PINGUIN hebt sich im Wesentlichen darin von normalen Rechnern ab, dass alle Funktionen durch Handberührung des Bildschirms (Touch Screen) ausgelöst werden. Die schwierige Bedienung mit einer Maus fällt weg. Zum Schreiben steht zusätzlich eine Tastatur zur Verfügung. Die Schrift auf dem Schirm und die Lautstärke können ebenfalls per Fingerdruck verändert werden. Auch der Internet-Zugang ist vereinfacht. Und die Texte werden einem über eingebaute Lautsprecher oder über Kopfhörer vorgelesen. Unkompliziert sind Versand und Empfang von Fotos, das Lesen von aktuellen Nachrichten, das Führen eines persönlichen Kalenders. Die betagten Computer-Benützer bekommen einen einfachen Code (zum Beispiel das Geburtsjahr) um sich den Pinguin jederzeit ganz persönlich dienstbar zu machen. Daneben gibt es einen öffentlichen Zugang als GAST. Zeitvertreib und Kommunikation Neben der Kommunikation sind es nicht zuletzt auch - und darin unterscheiden sich Senioren kaum von der Generation ihrer Enkelkinder - die Spiele, die sie faszinieren. Allerdings nicht «Age of Empire» oder «National Hockey League», sondern solche, die ohne große Einarbeitung Spaß machen. Der Renner für Einsteiger ist z.B. eine Fliege, die über den Bildschirm huscht und mit der Hand auf dem Bildschirm abgeklatscht werden kann. Weitere Beispiele sind ein «Memory» oder Quizfragen nach dem Motto «Richtig oder falsch?». Beispiel: Ist Prinz Charles mit Camilla verheiratet? (Antwort: falsch) Die
Erfahrungen sind nach der Erprobungszeit aus unserer Sicht mehr als
ermutigend. Die Mitarbeiterinnen unseres Begleitenden Dienstes, der
Demenzgruppe und der Pflege und nicht zuletzt die Mitarbeiterinnen der
Rezeption haben es verstanden, einem großen Teil der Bewohnerinnen und
Bewohnern die Scheu vor dem Gerät zu nehmen – zumindest dann, wenn es Der Hersteller vermeidet übrigens, so weit es geht, das Wort Computer. «Wir erkennen im Pinguin einen ideellen Wert», sagte uns Harald Austaller von der Firma Plejaden in Gmunden. Plejaden Communications ist nach eigener Aussage vor gut zwei Jahren von sieben Personen gegründet worden mit dem Ziel, beim Umgang mit moderner Technik immer den Menschen und dessen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen. Seitdem hat sich die Population der Computer-Pinguine in Österreich stark ausgedehnt. Gut dreißig Exemplare sind inzwischen in österreichischen Seniorenheimen installiert. «Das sind immerhin schon fünf bis sechs Prozent aller Residenzen», sagt Austaller. Auch in Deutschland beginnt nun die Einführung der modernen Geräte – wie wir finden ein Lichtblick in der trüben Diskussion um die Altenpflege der Zukunft. |